Obwohl ich dem Professor vorjammere, dass der Juckreiz unterdessen über den ganzen Körper verteilt ist, ist er ab meinen guten Blutwerten ganz begeistert- alles andere ist nebensächlich. Auch zeigen ihm meine Entzündungswerte und das Röntgenbild, dass von den seltsamen Lungenschatten nichts mehr übrig ist.
Ist der Professor zufrieden, bin ich es auch- trotz Jucken.
Der Tag zieht sich in die Länge, obwohl ich immer beschäftigt bin. Am meisten Mühe macht mir im Moment das Essen. Nur schon, wenn ich diesen Text schreibe und ans Essen denke, wird mir halb übel. Ich weiss nicht, was das ist: Ich will kein Menue mehr essen, nur noch Früchte und leichte Sachen- alles andere verursacht in meinem Magen Brechreiz, bevor ich es gegessen habe. Daran muss die blöde Chemo schuld sein.
Den Nachmittag verkürzt mir der Besuch einer lieben Freundin. Wir können viel zusammen plaudern und austauschen- das tut gut.
Leider vergesse ich, ihr meine neusten beiden Kopfbedeckungen zu zeigen, die mir meine Tochter aus Köln mitgebracht hat. Aber ich will sie allen anderen nicht vorenthalten:

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